Family Roadtrip

Die Osterferien in Deutschland und Australien haben sich leider nicht ganz überschnitten und somit musste ich die erste Woche, in der meine Familie hier war, noch arbeiten gehen. An den Nachmittagen konnten wir trotzdem immer etwas zusammen unternehmen. Wir sind unter Anderem auf der „Lygon St“ in einem sehr guten Restaurant, was Rowan uns empfohlen hat, essen gegangen, haben uns die schönsten Seiten Melbournes, angesehen, waren im Crown Casino und ich habe Julia Melbournes Nachtleben gezeigt. Hier ist sie endlich etwas aufgetaut und hat die Australier, die mit uns feiern waren, auf Englisch zugequatscht ;)

Freitag, am letzten Arbeitstag meinerseits, haben wir die letzten Sachen für unsere anstehende Reise zusammengesucht. Zudem habe ich mir einen kleinen Roadtrip ausgedacht. Von Melbourne sollte es Richtung „Torquay“ gehen, entlang der „Great Ocean Road“ bis nach „Port Campbell“, dann zurück nach „Queenscliff“, von dort aus die Fähre nach „Sorrento“ nehmen, einen zweitägigen Abstecher zum „Wilsons Promontory National Park“ machen. Unseren ersten Halt haben wir in „Torquay“ eingelegt. Wir haben es uns am „Back Beach“ in einer kleinen Bucht gemütlich gemacht und dort etwas „Lunch“ gegessen. Eigentlich wollten wir auch noch kurz beim „Bells Beach“ vorbeischauen, der aber wegen des weltberühmten Profisurfevents „Bells Beach PRO“ nur für zahlende Gäste zugängig war. Weiter ging es also Richtung Westen.  Einen weiteren Stopp haben wir bei den „Erskine Falls“ in „Lorne“ gemacht. Julia hat sich wagemutig als einziger Besucher unter die Wasserfälle getraut. Einen weiteren Wasserfall haben wir uns noch angeschaut, mussten dann aber wieder ins Auto, da wir noch einige Kilometer zu reißen hatten. Die Nacht haben wir am „Joanna Beach“, wo ich auch vom Camp her war, verbracht.

Heute war Ostersonntag. Mal ganz anders! Wir sind die ganze „Great Ocean Road“ entlanggefahren und haben so gut wie an jeden „Lookout“ angehalten. Die „Great Ocean Road“ ist eine rund 250km lange Straße, die entlang der australischen Südküste zwischen „Geelong“ und „Warrnambool“ verläuft. Sie gilt übrigens als eine der bekanntesten „Scenic Routes“ bei Touristen in Australien. Ich war selbst zuvor auch noch nicht hier und wir alle waren ziemlich begeistert von der Natur. Am Abend sind wir zurück zur kostenlosen „Joanna Beach Campsite“ gefahren. Glücklicherweise hat das Wetter mitgespielt und wir konnten Zeugen eines malerisch schönen Sonnenuntergangs werden.

Für den nächsten Tag haben wir uns ursprünglich vorgenommen bis „Wilsons Prom“ zu kommen. Das haben wir jedoch nicht ganz geschafft. Einen Zwischenstopp bei den Koalas gab es noch, bevor wir die Fähre von „Queenscliff“ nach „Sorrento“ genommen haben. Von nun an ist uns die Zeit ein wenig davongerannt und wir haben uns dazu entschlossen in „Sorrento“ zu übernachten. Eine kleine, gemütliche „Campsite“ wieder direkt am Strand.

Die Oster-Touristenanstürme hinter uns gelassen konnten wir nun gemütlich zum National Park fahren. Die Spuren des Buschfeuer letzten Jahres waren noch deutlich zu sehen doch an der Schönheit der ganzen kleinen Strände an der Westküste des Parks konnte dies nichts ändern. Hier haben Julia, Mama & Volker zum ersten Mal ein „Wallaby“ (kleines Känguru) gesehen und auch einer Schlange ist Julia ziemlich nah gekommen. Als wir an den Klippen des „Whisky Beaches“ entlanggelaufen sind ist Julia unbewusst auf eine kleine Schlange getreten und war einfach nur völlig geschockt und ist weggerannt, als ich ihr davon erzählt habe. Glück gehabt – das hätte auch anders ausgehen können. Die Nacht über sind wir in dem Park geblieben und haben am „Tidal River“ gecampt.

Am nächsten Morgen sind wir zur „Norman Bay“ gewandert,  haben dann aber noch einige Zeit an Julias Lieblingsstrand, dem „Squeaky Beach“ verbracht. Da es kurze Zeit später angefangen hat zu nieseln, haben wir uns dazu entschlossen zurück nach Melbourne zu fahren. Wir hatten einfach eine gute Zeit, haben so viel gesehen und eine Menge Spaß miteinander gehabt!

Für Donnerstagabend haben Mama und Volker meine Gastfamilie als kleines Dankeschön zum Essen eingeladen. Das Restaurant konnten sie sich aussuchen und so hat uns der Weg in ein indisches Restaurant bei uns im „Suburb“ geführt. Für mich und meine Familie war der Inder  ganz etwas Neues. Anders – aber sehr lecker!

Am Freitag sind wir ein letztes Mal zusammen in die Stadt gefahren. Mama und Volker haben ein paar Souvenirs für Daheim gekauft, ich war mit Julia shoppen und am Nachmittag haben wir uns bei Starbucks getroffen und einen Kaffee getrunken. Abends haben wir uns mit Taylor und Mareike in der „Milk Bar“ getroffen. Unter „Milk Bar“ haben wir uns zunächst etwas Bar’iges vorgestellt doch es wurde ein echt cooler Abend in einem kleinen „Underground Club“ mitten in der Stadt. Gefeiert wurde ein Geburtstag und normalerweise wären wir dort nicht reingekommen, doch der Türsteher hat uns einen Codenamen gesagt, den wir an der Kasse nennen mussten, um hereingelassen zu werden. Als wir früh morgens wieder zuhause waren habe ich Markus via Skype angerufen und ihm zum Geburtstag gratuliert. Ich wollte halt irgendwie dabei sein ;) Gäste waren bis auf Martin noch keine da und somit habe ich es am nächsten Morgen noch einmal probiert.

Da war die Bude natürlich voll. Nach einer halben Ewigkeit habe ich meine Stufe mal wiedergesehen. Viele haben sich verändert – sind aber sicherlich noch die Alten :) Heute musste ich auch von meiner Familie Abschied nehmen. Jetzt ist es aber nicht mehr lange, bis ich zurück ins schöne Olfen komme. Langsam wird die Zeit absehbar.

~ von phildieckmann am 11. April 2010.

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