Was macht das Kalb da im Garten?
Meine Gastfamilie war die ganze letzte Woche aufgeregt, weil wir heute ein Kalb bekommen sollten, welches von dessen Mutter abgestoßen wurde. Ein Kalb im Garten? Ich konnte mir das nicht so rech vorstellen. Ich war am Nachmittag erst einmal mit Fabian am „Williamstown Beach“, bevor ich am Abend „Ferdi“ getroffen habe. Noch ziemlich wackelig auf den Beinen konnte das Kalb sowieso nur in der Ecke liegen und nichts machen. Naja. Wir hatten jetzt auf jeden Fall ein Kalb im Garten ;)
Seit langer Zeit sind Fabian und mir schon einige Fitnessgeräte am „Nicholson St Campus“ aufgefallen, die nur in der Ecke herumstehen und nicht gebraucht werden. Wir haben uns schon immer Gedanken darüber gemacht, daraus einfach einen kleinen Fitnessraum zu basteln. Die Idee von Dawn, unserer Sportlehrerin, Fitness als ein Wahlfach einzuführen, kam uns dann ganz Recht. Wir konnten uns alle Geräte etwas genauer anschauen und die Brauchbaren in einem Raum aufstellen. Nun haben wir ein kleines „Rudolf Steiner Gym“ mit einigen Geräten wie zum Beispiel einer Hantelbank, Rudermaschine, Klimmzug- und Dipstange, Laufband, Fahrrad und vielen mehr. Am Abend haben Rowan und Fiona die Mädchen zu einer Überraschung ausgeführt. Sie sind in das „Cats“ Musical gegangen und hatten dort einen super Abend. Macgregor war anscheinend noch etwas zu jung dafür. Ich habe uns zweien anstatt dessen je ein riesen „Slurpee“ (Slusheis) gekauft und so ist Mac ziemlich schnell über sein Wegbleiben hinweggekommen ;) Nach einem Liter von dem süßen Zeugs hab ich Macgregor ins Bett geschickt. Ganz im Bett war er aber nicht. Ich hab in später noch zwei Mal zur Toilette rennen sehen ;)
Heute sind Luisa und Sophia für einen Tag aus Tasmanien wiedergekommen, bevor sie ihre Weiterreise zum „Wilsons Promontory National Park“ angetreten haben. Wir haben uns noch einen schönen letzten Tag gemacht, an dem wir bei „Pancake Parlour“ Pfannkuchen essen waren und anschließend auf eine „Roof top Bar“ gegangen sind. Eine Nacht konnte Luisa noch bei mir bleiben bevor es dann wirklich „tschüss“ für die nächsten 3 Monate hieß.
Gavin, der nette Herr, der uns sein Auto verkauft hat, hat uns für Donnerstag zum Essen eingeladen. Fabian und Ich haben schnell die Favouritenbilder unserer Reise zusammengesucht und sind dann, nicht weit von uns, zu Gavin & Familie gefahren. Wir hatten einen angenehmen Abend, an dem wir viele Reiseerfahrungen ausgetauscht und uns einfach nur nett unterhalten haben. Erstaunt, was wir aus seinem alten Auto gezaubert haben und was wir für Ziele damit erreicht haben, war er sehr!
Heute, am Freitag, kam das Kalb für mich dann auch mal ins Spiel. Ich dachte eigentlich, dass ich nichts mit „Ferdie“ zu tun haben muss aber da die Familie übers Wochenende wegfahren wollte, mussten sie mir zuvor zeigen, wie man das Kalb füttert. Eine Flasche, die eigentlich optimal gewesen wäre, hatten wir leider nicht. Also musste mein Finger dran glauben und als Flasche dienen. Ich musste sowohl am Freitag als auch am Samstag drei Mal täglich eine Milchmischung zusammenrühren und dem Kalb meinen Finger, den ich in der Milch versenkt haben musste, ins Maul schieben. Dann 10 Minuten dran saugen lassen, bis die Milch leer war und ich kein Blut mehr im Finger hatte.
Am Samstag war ich in der Stadt feiern, was ich besser nicht hätte machen sollen, da ich meine Familie am Sonntag ziemlich früh vom Flughafen abholen musste. Mama, Volker und Julia sind mich besuchen gekommen und ich war ziemlich gespannt aufs Wiedersehen. Wirklich aufgeregt war ich am Anfang nicht wirklich, da ich noch ziemlich müde war, doch als die Tür am Flughafen aufging und mich meine zwei Blondschöpfe angestrahlt haben, hab ich mich einfach nur noch riesig gefreut! Vor 8 Monaten haben wir uns das letzte Mal gesehen. Die Autofahrt haben wir uns viel zu erzählen gehabt. Meine Familie musste jetzt den ganzen Tag mit Jetlag im Nacken überstehen. Einfach war es nicht aber geschafft haben sie es trotzdem. Ich hab die Drei noch ein wenig durch die Stadt geführt und am Abend waren wir bei meiner Familie zum Dinner eingeladen. Mamas super Englischkenntnisse haben mir das Essen zwar nicht wirklich leichter gemacht aber verstanden haben sich letztendlich alle und gebessert hat Mama sich auch von Tag zu Tag. Julia konnte die zwei Wochen über bei mir im Zimmer untergekommen und für Mama und Volker habe ich ein nahegelegenes Gästehaus herausgesucht, was nur 5 Minuten zu Fuß entfernt lag.


