Cape Otway Camp

Weiter ging es mit den Outdoor Schulaktivitäten. Heut stand mal wieder „Bouldering“ auf dem Stundenplan. Seit dem neuen Schuljahr wurde das Unterrichtsfach „City Sports“ eingeführt, in dem wir immer irgendwelche Sportarten außerhalb der Schule ausprobieren. Da die Lehrerin einen Helfer braucht, können je Fabian oder Ich abwechselnd daran teilnehmen. Am Nachmittag war ich mit dem Kochen an der Reihe. Da ich außerdem noch eine Mahlzeit für das am Mittwoch anstehende Camp kochen musste, konnte ich zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen und habe eine leckere Bolognese mit Gemüse gekocht. Das Übriggebliebene habe ich für den morgigen Tag eingefroren. Am Abend musste ich meinen Rucksack, den ich mir von der „Outdoor Ed“ leihen konnte, fürs Camp packen und bin aus diesem Grund nicht vor Mitternacht im Bett verschwunden.

Heute ging es auf das „Class 9 – Otway Camp“. Bei diesem Camp stand das Wandern im Vordergrund und wir hatten die schönsten Wege entlang der „Great Ocean Road“ vor uns. Die Klasse wurde in zwei Gruppen aufgeteilt und an zwei verschiedenen Orten abgesetzt. Ziel war es, sich entgegengelaufen zu kommen und zum Startpunkt der anderen Gruppe zu gelangen. Am ersten Tag ist unsere Gruppe knapp 9km bis zu einer kleinen „Campsite“ an einem Fluss gewandert. Dort haben wir am Abend unser Camp aufgeschlagen, was aus Plastikplanen und Schlafsäcken bestand. Zelte hatten nur die wenigsten Schüler dabei. Glücklicherweise hat das Wetter mitgespielt und auch die australischen Insekten haben uns einigermaßen in Frieden gelassen.

Am Tag 2 mussten wir eine etwas größere Distanz überwältigen. 13,5km waren es bis zur nächsten, wunderschönen „Campsite“ am „Joanna Beach“. Der Tag war ziemlich heiß und mit knapp 20kg Gepäck auf dem Rücken kam man ab und zu mal ins Schwitzen ;) Zur Mittagszeit sind wir der anderen Gruppe begegnet und haben eine kurze Rast am Strand eingelegt. Dort konnten wir in Ruhe unsere „Lunch Snacks“ rausholen und uns für den weiteren Marsch stärken. Auf unserem Wanderweg haben wir unter anderem eine kleine Schlange und ein Bluetongue (Blauzungeneidechse) gesehen. Die bereits erwähnte „Campsite“ am „Joanna Beach“, die wir nach einem langen Strandmarsch kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreicht haben, hat die letzte Nacht am Fluss sogar noch getoppt. Geschlafen haben wir auf einer kleinen Wiese direkt hinter den Dünen. Die Nacht war zwar nicht ganz so ruhig, wie die vorherige und wir mussten mitten in der Nacht einmal aufstehen, um unsere Plane wieder zu richten, doch die Kulisse hat das Ganze geradegebogen.

Am Freitag musste unsere Gruppe nicht mehr wandern. Wir sind am Morgen kurz zum Strand gegangen, die Kinder haben ihre Ereignisse der letzten Tage aufgeschrieben und gegen 1pm sind wir in den Bus gestiegen und haben unseren Rückweg Richtung Melbourne gestartet. Zwischendurch haben wir kurz angehalten, da viele Koala Bären am Straßenrand zu sehen waren. Den letzten Stopp haben wir zum Tanken und Fish & Chips essen in „Apollo Bay“ eingelegt dann ging es aber letztendlich zurück zur Schule.

Da ich mich ein bisschen vom Camp erholen sollte, musste ich am Samstagmorgen glücklicherweise nicht Arbeiten kommen. Es war „Prep Open Day“ und Dilys hat Fabian darum gebeten ein bisschen auszuhelfen. Ganz so lange ging das Ganze aber auch nicht und so konnte ich ihn recht früh von der „Nicholson St“ abholen, um nach „Torquay“ zum surfen zu fahren. In „Torquay“ angekommen haben wir uns erst einmal nach einer wärmeren Wetsuit umgesehen. Im Winter wird das Wasser hier unten im Süden echt kalt und ohne lange Wetsuit brauch man erst gar nicht ins Wasser zu gehen. Wir wurden recht zügig fündig und konnten schnell unser Glück am „Bancoora Beach“ versuchen. Wir hatten mal wieder mächtig Spaß und man merkt, dass man von Session zu Session besser wird. Nach einigen Stunden sind wir zum „Back Beach“ gefahren und haben dort einige Wellen genommen, bevor wir uns am Abend ein paar Bier und Fish & Chips gegönnt haben. Gut gesättigt schliefen wir die Nacht im Auto am „Bancoora Beach“.

Am nächsten Morgen haben wir uns zügig wieder aufs Wasser begeben. Im Laufe des Tages ist Fabian jedoch aufgefallen, dass ihm seine Wetsuit ein bisschen zu groß war. Beim Tauchen durch die Wellen ist mehr Wasser hereingekommen, als es eigentlich sollte. Naja – jetzt hat er die Wetsuit aber schon getragen und das ist laut dem Verkäufer „…the worst thing you can do…“. Versucht hat er es trotzdem und geklappt hat es natürlich auch ;) Schwein gehabt. Gegen Spätnachmittag haben wir auf dem Rückweg noch einen Fließpullover für eine Lehrerin unserer Schule abgeholt und sind dann zurück nach Melbourne gefahren. Genug Sport war das für mich noch nicht und somit habe ich am Abend noch eine Stunde im Fitnessstudio verbracht.

~ von phildieckmann am 21. März 2010.

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